Wanderausstellung: Leben nach Luther                     vom 14. Februar bis 10. April 2016 in Dinkelsbühl            

Eine Wanderausstellung des Deutschen Historischen Museums, in Kooperation mit dem Kulturbüro der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Internationalen Martin Luther Stiftung, gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

 

 

Die Wanderausstellung zieht weiter

Im Reformationsjahr 2017 ist die Ausstellug im Heimatspielhaus Münnerstadt zu sehen: 01. März bis 02. April 2017

 

Informationen finden sie auf folgender Seite unter "Aktuelles": http://www.heimatspielhaus.de

 

 

Das Team für Pfarrfrauenarbeit hat die Ausstellung nach Bayern geholt. Am 13. Februar 2016 wurde sie im Haus der Geschichte in Dinkelsbühl feierlich eröffnet.

 

Dekan Dr. Winfried Dalferth aus Crailsheim übernahm den Einführungsvortrag zur Ausstellung:

 

„Eingehend auf die Ausstellung stellte er fest, dass das evangelische Pfarrhaus von jeher die Gesellschaft geprägt habe, von jeher aber auch ein Glashaus gewesen sei. In der Reformation sei das Pfarrhaus zu einem neuen Zentrum der Wissenschafts- und Bildungswelt geworden, wo eine akademische Professionalisierung stattgefunden habe. Der Beruf des reformierten Pfarrers habe sich gewandelt hin zu einem Gelehrten des Christentums, was sich auch heute noch in der offiziellen Kleidung, den Talaren, widerspiegele. Aber auch die Pflichten hätten sich erweitert. Die Kirchenregister seien bis zur Einführung der Standesämter von Pfarrern geführt worden. Bis zur „Frau Pfarrerin" sei es auch in der evangelischen Kirche ein langer Weg gewesen, denn Frauen seien im Urchristentum als Akteurinnen nicht vorgesehen gewesen. Das habe sich in Deutschland kriegsbedingt erst 1940 geändert." [Artikel „Ein Glashaus im gesellschaftlichen Wandel" in der Fränkischen Landeszeitung vom 15.02.2016]

Zu den ersten BesucherInnen zählten Landrat Dr. Jürgen Ludwig, Dekan Dr. Winfried Dalferth aus Crailsheim, der die Einführung übernahm, der Dinkelsbühler Dekan Uland Spahlinger,

Eva Schoenauer, Christine Spahlinger, Monika Siebert-Vogt,

Doris Münderlein sowie Charlotte Brändlein vom Team für Pfarrfrauenarbeit in Bayern, und Dinkelsbühls Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer (Foto von rechts).

 

 

Im Rahmen der Ausstellung fanden noch folgende Veranstaltungen statt:

 

Vortrag von Prof. Dr. Christel Köhle-Hezinger 

zum Thema "Reformation im Pfarrhaus? Zum Wandel einer Institution" 

am Donnerstag, den 17. März 2016, um 20.00 Uhr

im Haus der Geschichte in Dinkelsbühl

 

Die Ausstellung "Leben nach Luther. Eine Kulturgeschichte des evangelischen Pfarrhauses" (an der die Referentin beteiligt war) präsentiert neue und alte Pfarrhaus-Bilder: so das Bild vom Pfarrhaus als Kosmos, als geschlossene Welt, als Sakralhügel, als Glashaus oder Mythos - und möglicherweise nach einem 'letzten heiligen Ort'. In der Tat stellt sich die Frage, ob wir heute, 500 Jahre nach Luther, am Ende einer langen Geschichte stehen.

Der Vortragstitel fragt bewusst doppeldeutig: nach den Anfängen in der Reformation, nach Ideal und Wirklichkeit und damit nach dem Wandel - und er fragt nach den Zukunftschancen jener traditionellen Kultur des evangelischen Pfarrhauses, nach einer möglichen Reformation des Pfarrhauses.

 

Finissage der Ausstellung mit einem Vortrag von Pfarrerin Tina Binder zum Thema "Perspektiven für das Leben im Pfarrhaus" 

am Sonntag, den 10. April 2016, um 16.00 Uhr

im Haus der Geschichte in Dinkelsbühl

 

Die Fränkische Landeszeitung berichtet in ihrem Artikel "Vielfalt von Lebensformen im Pfarrhaus eine Herausforderung" vom 12.04.2016 folgendermaßen: 

 

„Früher habe es auf den Dörfern nur männliche Pfarrer gegeben. Deren üblicherweise nicht berufstätige Gattinnen seien als „Frau Pfarrer" stark in die ehrenamtliche Gemeindearbeit eingebunden gewesen, so Tina Binder. Seit es weibliche Pfarrer gebe – aktuell seien rund 1000 von 2500 evangelischen Gemeindeseelsorgern in Bayern Frauen – habe sich da eine gesellschaftliche Umwälzung vollzogen. Der Mann einer Ortsseelsorgerin werde sozusagen „zum Herrn Pfarrerin", sei aber, da in der Regel eigenständig berufstätig, nur bedingt für ehrenamtliche Aufgaben in der Gemeinde verfügbar und tagsüber auf Arbeit, was bedeute, dass das Pfarrhaus in Abwesenheit des Seelsorgers auch nicht mehr verlässlich besetzt sei. Früher habe diesen Bereitschaftsdienst die traditionelle „Frau Pfarrer" automatisch mit übernommen, so Tina Binder. Was die Besetzung der Pfarrhäuser angeht, habe sich mit Ehepaaren, die beide hauptamtlich seelsorgerisch tätig seien, sowie geschiedenen und alleinerziehenden Pfarrern eine große Vielfalt an denkbaren Lebensformen ergeben. Auch gleichgeschlechtliche Paare zögen inzwischen ein, wenn darüber Einmütigkeit in der Gemeinde bestehe. Diese Unberechenbarkeit werde insbesondere in Dörfern nach längeren Vakanzen als Problem gesehen. Junge Pfarrerinnen und Pfarrer beanspruchten auch mehr persönliche Freiräume für sich als frühere Generationen im Pfarrhaus, so Tina Binder. Die Hauptherausforderung für alle Beteiligten werde daher künftig verstärkt darin bestehen, zwischen Pfarrer und Gemeinde rechtzeitig klare Regeln auszuhandeln, damit es keinen Ärger wegen enttäuschter Erwartungen gebe, erklärte die Referentin."

 

An den Vortrag schloss sich noch eine engagierte Diskussion mit den BesucherInnen an. 

 

 

 

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